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Autonomes E-Bike – Mobilität der Zukunft?

Feb 18, 2019

Was für Google nur ein Aprilscherz war, hat Stephan Schmidt von der Universität Magdeburg in die Realität umgesetzt – ein selbstfahrendes E-Bike, genauer gesagt ein elektrisches Dreirad mit autonomer Fortbewegung.

Die Technologie des autonomen Fahrens steckt zwar noch etwas in den Kinderschuhen und das besagte E-Bike befindet sich erst im Testeinsatz, doch schon in näherer Zukunft könnten Fahrzeuge dieser Art eine große Rolle spielen. Die Vision: Autonome E-Bikes als Leihfahrräder im städtischen Verkehr, die per App bestellt werden können und selbständig zum individuell ausgewählten Zielort anrollen. Nach Benutzung könnten die Bikes dann auch ebenfalls automatisch wieder ins Lager zurückfahren, sofern sie nicht mehr gebraucht werden beziehungsweise der Akku geladen werden muss. Dieses Konzept wäre deutlich besser als jenes von vielen derzeitigen Leihfahrradanbietern, bei denen die Räder oft achtlos an ungünstigen Plätzen abgestellt werden und Chaos erzeugen.

Auch das bekannte Taxiunternehmen Uber arbeitet an einer autonomen Lösung, und denkt dabei nicht nur an Autos, sondern möchte in der „Micromobility“ Fuß fassen – die Beförderung von Passagieren mittels Vespas, Fahrräder und anderen Kleinstfahrzeugen. Die Vorteile liegen auf der Hand: sie sind günstig, umweltfreundlich, praktisch und man gerät nicht in Staus, sondern fährt einfach daran vorbei.

Autonome E-Bikes könnten so die innerstädtische Mobilität revolutionieren. Sie könnten unter anderem auch als Lastenräder oder zur Paket- und Essenslieferung verwendet werden, und immer weniger Menschen wären auf ein Auto angewiesen.

Fahrrad als optimales Testfahrzeug für autonomes Fahren

Die Technik beim autonomen Fahren ist hochkomplex: ein Zusammenspiel von Sensoren, Kameras und Laserscannern garantiert eine sichere Fortbewegung, bei der Hindernissen rechtzeitig ausgewichen und die aktuelle Position immer exakt eruiert wird.

Da die Technologie beim Fahrrad nicht viel anders ist als beim Auto, bietet sich das Rad sehr gut als wesentlich günstigeres Testobjekt an – mit dem zusätzlichen Vorteil, dass Räder langsamer unterwegs sind und die Unfallgefahr geringer ist.

Technologie noch zu wenig ausgereift

Doch derzeit existiert nur ein Prototyp, und es müssen noch einige Tests durchgeführt werden, bis das autonome Fahrrad von Magdeburg endgültig in Serie gehen kann. Man peilt dafür aber bereits das Jahr 2020 an, also schon in sehr naher Zukunft.

Die größte aktuelle Herausforderung ist dabei die einwandfreie Umgebungserfassung und die Meisterung der verschiedensten Situationen im Straßenverkehr, die ganz schön knifflig sein können. Das Rad muss in jeder Situation sinnvolle Entscheidungen treffen, egal bei welchem Wetter und bei welchen Hindernissen – und sein Vorhaben muss klar und deutlich für andere Verkehrsteilnehmer signalisiert werden.

Die Universität Magdeburg möchte zum Vorreiter für autonome und umweltfreundliche Fahrzeuge werden. Läuft alles nach Plan, gehören fahrerlos rollende E-Bikes vielleicht schon in wenigen Jahren zum ganz normalen Stadtbild.

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Schlagworte: ebike
Kategorie: Technik News